Schaaf

Fraktion vor Ort

Gute Arbeit: Faire Löhne und Gesundheit am Arbeitsplatz

 

28.08.2013 - Auf Einladung der Südthüringer Bundestagsabgeordneten Iris Gleicke besuchte der stellv. Sprecher der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der SPD-Bundestagsfraktion, Anton Schaaf, vergangenen Mittwoch den Thüringer Landesbetrieb für Arbeitsschutz in Suhl.

 

Zusammen mit Detlef Wendt, Präsident des Thüringer Amtes für Verbraucherschutz, liessen sich beide Politiker die Geräteuntersuchungsstelle zeigen, in der u.a. Heizpilze, Plüschtiere und Gartenteichpumpen getestet werden.

Seit der Zusammenlegung der Behörden in einem Landesamt gab es einen massiven Stellenabbau, so dass bei 1,3 Millionen Thüringer Beschäftigten und über 87.000 Betrieben im Bundesland die Kontrollen nur sporadisch bzw. nur nach Anzeigen erfolgen, dies gilt sowohl für den Arbeitsschutz als auch für den Verbraucherschutz. Allerdings, so ergänzte Abteilungsleisterin Kerstin Ziemann, gäbe es dank der neuen Medien auch mehr Anzeigen, die helfen Missstände aufzudecken.

 

Am Abend gab es im Suhler Hotel Thüringen eine Podiumsdiskussion zum Thema „Gute Arbeit“. Klar ist: Die physischen und psychischen Belastungen in der Arbeitswelt haben zugenommen. „Hier sind ergänzende gesetzliche Maßnahmen zur Umsetzung des Arbeitsschutzes und zum Erhalt der Gesundheit der Beschäftigten in den Betrieben und Unternehmen nötig“, so Schaaf. „Insbesondere wollen wir eine „Anti-Stress-Verordnung“, die eine Regelungslücke im Arbeits- und Gesundheitsschutz schließt“, so Schaaf weiter.

„Die Arbeitswelt hat sich gewandelt“, ergänzte Gleicke, „in den gesetzlich geregelten Bereichen bestehen Umsetzungsdefizite. Auch die Rechte von Betriebsräten müssen gestärkt werden. Dies gilt auch für Leih- und Zeitarbeiter; dort sollten Betriebsräte nicht nur über die Art und Dauer im Betrieb mitentscheiden, sondern selbstverständlich auch bei der Wählbarkeit durch Leiharbeiter.“

 

Unterstützung bekamen beide von Detlef Wendt sowie Ulrich Wich, Regionalgeschäftsführer der AOK Südthüringen: „Die Verdichtung der Arbeit, steigende Arbeitszeiten, immer mehr Schicht-, Abend- und Nachtarbeit sowie weitere Anforderungen erhöhten kontinuierlich den psychosozialen Druck auf die Arbeitnehmer“, so Ulrich Wich. „In den letzten 10 Jahren gab es 66 Prozent mehr Fehltage aufgrund psychischer Belastungen. In den anderen Bereichen wie beispielsweise Rückprobleme gab es dagegen stagnierende bzw. leicht rückläufige Entwicklungen bei den Fehltagen“ so Wich weiter. „Die Anzahl der Fehltage, die auf psychische Störungen zurückgehen, lag im Jahr 2011 bei 22,5 Ausfalltagen pro Fall und damit doppelt so hoch wie bei anderen Erkrankungen“, erklärte auch Iris Gleicke zu den aktuellen Entwicklungen. „Hier müssen wir unbedingt gegensteuern. Es gibt viele gute Beispiele der Prävention die unbedingt ausgebaut und auch dauerhaft finanziert werden sollten.“ Anton Schaaf ergänzte, dass er sich hier mehr Zusammenarbeit und Kooperation der Sozialversicherungsträger wünsche.

 
 
 
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