Billmutshausen

Kreuz & Quer durch Südthüringen

Radtour und Gedenken an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze

 

17.08.2013 - Auf ihrer Sommer-Radtour „Kreuz und Quer durch Südthüringen“ radelte die Bundestagsabgeordnete Iris Gleicke am vergangenen Samstag von Streufdorf zur Gedenkstätte Billmutshausen. „Ab 1952 begannen die DDR-Machthaber unter der zynischen Bezeichnung ‚Aktion Ungeziefer‘ die Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes zwangsumzusiedeln. Mit dem Bau der Mauer 1961 gab es eine 2. Aktion ‚Kornblume‘ und das Dorf wurde bis 1978 dem Erdboden gleich gemacht. Es war mir ein besonderes Anliegen, diesen historischen Ort zu besuchen. Das ehemalige Dorf Billmutshausen steht symbolisch für die deutsch-deutsche Teilung in unserer Region. Die Deutsche Einheit darf uns nicht vergessen lassen, wie viel Leid durch die innerdeutsche Teilung über die Menschen in Ost und West gebracht wurde. Viele Menschen bezahlten den Fluchtversuch mit dem Leben, viele Menschen saßen in Gefängnissen, wurden zwangsumgesiedelt und ihrer Heimat beraubt“, so Iris Gleicke. Sie traf dabei auf Dieter Ludloff, stellv. Vorsitzender des Fördervereins Gedenkstätte Billmuthausen e. V. und andere Mitglieder des Vereins und übergab ihm eine Spende. „Herr Ludloff, der Sohn des letzten Gutsbesitzers, erzählte uns seine Geschichte von Krieg, Flucht und Vertreibung. Sein Fazit war: Das sind schlimme Erlebnisse und Schuld war der verdammte Krieg. Besonders die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Tour forderte er auf, sich um Europa zu kümmern, damit so etwas nie wieder passiert. Die Geschichte der geschleiften Dörfer Billmuthausen, Leitenhausen und Erlebach ist auf Gedenktafeln dokumentiert. Leider hat auch hier sinnloser Vandalismus seine Spuren hinterlassen. Ich hoffe, dass meine Spende die Schäden lindern hilft“, so Gleicke.

 
 
 
Logo SPD.de