Parteileben

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SPD zeigt Flagge

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16.03.2012 - Beim Besuch von SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles präsentierte der Steinbach-Hallenberger Ortsverein stolz die älteste SPD-Traditionsfahne Ostdeutschlands. Nahles brachte höchste Auszeichnungen mit.

Da staunte Andrea Nahles nicht schlecht. „Die Fahne ist ja noch richtig gut erhalten“, sagte die SPD-Generalsekretärin. Das Banner stammt aus demJahr 1902, dem Gründungsjahr des SPDOrtsvereins. 110 Jahre SPD im Haselgrund und 110 Jahre Traditionsfahne – im Rahmen einer festlichen Versammlung erinnerten die Sozialdemokraten aus dem Haselgrund und ihre Gäste, darunter SPD-Bundestagsabgeordnete Iris Gleicke und Kreisvorsitzender Peter Heimrich, am Mittwochabend an das denkwürdige Ereignis. Der heutige Ortsvorsitzende Dieter Schmidtke zitierte „lupa“ – Ludwig Pappenheim, Redakteur der damaligen „Volksstimme“, aus einem Bericht von der Fahnenweihe in Steinbach- Hallenberg 1927. Die Fahne wurde anlässlich ihres seinerzeit 25-jährigen Jubiläums vor 1000 Teilnehmern auf dem Sportplatz am Köpfchen geweiht. Nach der Kaiserzeit und dem Ersten Weltkrieg überstand sie die Zeit der Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg durch die schützende Hand von Bürgern in Steinbach-Hallenberg. In DDR-Zeiten wurde sie 1956 auf dem Rathaus abgegeben. „Dort verblieb sie bis zur Wende und wurde mir 1999 vom damaligen Ortsvorsitzenden Dietrich Schütz übergeben“, berichtete Dieter Schmidtke über die Geschichte des ältesten SPD-Banners Ostdeutschlands. Die Fahne zeigt auf der Vorderseite eine Sonne, die an das alte Arbeiterkampflied „Brüder zur Sonne, zur Freiheit“ erinnert. Auf der Rückseite sind zwei sich reichende Hände zu sehen, jenes Symbol, welches später von der SED vereinnahmt wurde. Eigentlich stellt es den Händedruck der beiden Sozialdemokraten August Bebel und Ferdinand Lasalle bei der Gründung der SPD im Jahr 1863 dar. „Die Fahne steht für die Geschichte der SPD, die SPD ist stolz auf ihre Geschichte“, sagte Dieter Schmidtke. Generalsekretärin Andrea Nahles brachte die Geradlinigkeit sozialdemokratischen Tuns auf den Punkt. „Die SPD ist die einzige Partei Deutschlands, die nie ihren Namen ändern musste“, betonte sie. Mit Blick auf das Banner meinte Nahles, dass dieses Symbol heute noch für Grundwerte wie Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität steht. Daher dürfte das Banner keineswegs fehlen, wenn im kommenden Jahr im Leipziger Gewandhaus das 150-jährige Gründungsjubiläum der SPD gefeiert wird. „Ich wünsche mir, dass es künftig keine Spaltung der Linken mehr gibt“, nahm die Generalsekretärin bezug auf das aktuelle Geschehen. Damit meinte sie vor allem die Rolle ihres einstigen Vorbilds Oskar Lafontaine, welcher mit seinem politischen Richtungswechsel die PDS im Westen etabliert und der SPD geschadet hat. Aber die Sozialdemokraten hätten stets die Stärke gehabt, Geschichte auch unter schwierigen Bedingungen zu gestalten. Derzeit sind Themen wie Bildung und Arbeit zentrale Schwerpunkte sozialdemokratischer Politik. Generell habe die Gesellschaft die Aufgabe, „das Primat der Politik zu sichern“. Deren Vertreter in Bund und Ländern dürften nicht die Getriebenen derWirtschaft und der Finanzmächte sein.Deshalb ist die Einführung einer Finanzmarkttransaktionssteuer dringend notwendig, welche CDUBundeskanzlerin Angela Merkel nicht durchsetzen kann oder will. „Wir sollten nicht nurWindeln oder Hundefutter, sondern auch den Handel mit Wertpapieren besteuern“, sagte Attac-Mitglied Andrea Nahles. Mit Blick auf dieWirtschafts- und Finanzkrise forderte sie Unterstützung für Länder wie Griechenland ein. Für die schwachen EU-Länder bräuchte Europa eine Art Marshall-Plan und dafür wären Einnahmen aus einer Finanzmarkttransaktionssteuer bestens geeignet, meinte die Generalsekretärin. Man werde der CDU im Fiskalpakt die Transaktionssteuer abtrotzen, kündigte sie entschlossen an.
Nahles verteilt Medaillen SPD-Landratskandidat Peter Heimrich hatte zuvor die CDU-Politik im Landkreis kritisiert, die jüngst beim Thema hauptamtlicher Bürgermeister in Oberhof an des Volkes Meinung vorbeigegangen sei und für die Ortsumgehung Wasungen Gelder in einer Art in Aussicht gestellt habe, die rechtlich womöglich anfechtbar und damit nichtig seien. Mit der Ehrung verdienstvoller Sozialdemokraten fand die festliche Versammlung ihren würdigen Ausklang. Für ihre Verdienste zur Wiedergründung der SPD im Haselgrund wurden unter anderem Hartmut Thimm, Dietrich Schütz und Udo Bauroth mit der Willy-Brandt-Medaille – der höchsten Auszeichnung der SPD – geehrt.

 
 
 
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