Iris Gleicke zum Equal Pay Day

Iris Gleicke zum Equal Pay Day

"Frauen verdienen MEHR – Frauen verdienen gesetzliche Lösungen"

23.03.2012 - Am 23. März 2012 findet der Equal Pay Day statt, bei dem auf die unterschiedliche Entlohnung von Männern und Frauen aufmerksam gemacht wird, denn an diesem Tag haben die Frauen in Deutschland endlich soviel verdient wie ihre männlichen Kollegen bereits am Ende des vergangenen Jahres.

„Frauen haben aufgrund des Lohnunterschieds von 23 Prozent bis zum 23.März 2012 quasi umsonst gearbeitet, das ist unhaltbar. Frauen stellen mit 46 Prozent fast die Hälfte aller Erwerbstätigen in Thüringen. Von den etwa 474.000 Frauen arbeiten etwa 40 Prozent in Teilzeit, Leiharbeit oder Niedriglohnjobs. Die prekäre Arbeit ist in Thüringen also vermehrt weiblich. 2000 bekamen Frauen noch 92 Prozent eines Männergehalts, 2005 nur noch 90 Prozent“ kommentiert Iris Gleicke Zahlen vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB.

„Die Bundesregierung lässt die arbeitenden Frauen im Stich. Ministerin Schröder wiederholt gebetsmühlenartig ihre Ablehnung von gesetzlichen Maßnahmen. Ministerin von der Leyen ist auch untätig: Auf einen gesetzlichen Mindestlohn warten die Menschen seit Jahren vergebens. Damit nehmen CDU, CSU und FDP die Ungerechtigkeit hin und verweigern sich der Realität.“

„Die SPD-Bundestagsfraktion arbeitet an einem Entgeltgleichheitsgesetz. Damit wollen wir endlich gleichen Lohn für Frauen und Männer verwirklichen. Eckpunkte sind beschlossen, den fertigen Gesetzentwurf bringen wir in den nächsten Wochen in den Deutschen Bundestag ein“, so Gleicke.

Hintergrund: Weder das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, noch tarifliche Regelungen oder freiwillige Verpflichtungen der Wirtschaft haben diese Diskriminierung bisher eingedämmt. Deutschland braucht endlich einen gesetzlichen Mindestlohn als Lohnuntergrenze, weil Frauen besonders häufig für Dumpinglöhne arbeiten müssen, ebenso wie soziale Absicherung für alle Arbeitsverhältnisse, um alle Arbeitnehmerinnen bei der Durchsetzung ihres Anspruchs auf Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu unterstützen und gesetzliche Regelungen zur Durchsetzung der Entgeltgleichheit, damit Unternehmen verpflichtet werden, ihre Entgeltpraxis geschlechtergerecht zu gestalten. Die bisher bestehende Lohnschere macht sich nicht nur Monat für Monat auf den Konten der Frauen bemerkbar, sondern wirkt sich auch auf die später zu beziehenden Renten aus. In Deutschland wird dann aus einem 23-prozentigen Lohnunterschied eine Rentenlücke von 59 Prozent. Dies ist keineswegs vertretbar, nicht heute und vor allem nicht in Zukunft. Das Prinzip gleicher Lohn für gleiche Arbeit muss endlich gelten.

 
 
 
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